8. Station

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Veronika reicht Jesus ein Schweißtuch

Das Antlitz Jesu ist die Mitte. Es ist ein leidendes Gesicht. Seine Augen sind geschlossen. Das Tuch umgibt das Gesicht wie ein Bilderrahmen.

Einen zweiten, inneren Rahmen stellen Personen dar. Es sind Menschen am Rande des Lebens, Menschen ohne Gesicht. Aus Scham und Schmerz schauen sie unter sich.

Das Schweißtuch verbindet das Bild des geschundenen Heilandes mit dem der geplagten Kreatur. Das Antlitz Jesu begegnet dem Betrachter in jedem dieser gesichtslosen Menschen. (Joachim Springer)

Jesu gemartertes Antlitz wird heute nicht in einem Tuch sichtbar; ganz hart aber in den Elendsvierteln unserer Tage: in den Ausgestoßenen, Ungeliebten, Hungernden, auf den Straßen und in den Slums der Weltstädte Sterbenden. Mutter Teresa - rechts im Bild - weiß darum. Warum tun wir nicht wie sie mit dem Veronikatuch? (Vladimir Rudolf)